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Inhalt 02/2002:

Reise sibirischer Holzexperten abgesagt
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Private Spende über RR 30.000 an Kinderklinik in Irkutsk
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Geschäftsreise deutscher Unternehmen und Organisationen der Holzbranche nach Irkutsk,
18. – 26.05.2002
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Reise sibirischer Holzexperten abgesagt

Die in Newsletter 2002/01 angekündigte Reise wurde detailliert von deutscher Seite vorbereitet. Vorgesehen waren insgesamt Besuche und Präsentationen bei 10 deutschen Unternehmen, bei der Fachhochschule Rosenheim (Holzbau und Holztechnik) sowie der Holzfachmesse in Nürnberg. Leider wurde die Reise der 25 Experten kurzfristig von sibirischer Seite abgesagt.

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Private Spende über 30.000 Rubel an Kinderklinik in Irkutsk

Anläßlich der deutschen Unternehmerreise nach Irkutsk im Mai 2002 (siehe unten) konnte Dr. Hansjörg Droescher, Koordinator deutsch sibirische Projekte, Frau Dr. Olga Petrowna, Stationsärztin im Bezirkskrankenhaus für krebskranke Kinder, im Beisein von Schwester Agatha von der Curia Irkutsk eine Geldspende in Höhe von RR 30.000 für dringend benötigte Medikamente überreichen. Das Geld stammt aus dem privaten Freundeskreis und von den Mitgliedern der deutschen Delegation.

Um Spenden zukünftig professioneller abwickeln zu können, haben sich auf Initiative von Dr. H. Droescher in Bensheim Gleichgesinnte am 8. Juni 2002 zusammengefunden und den Verein

TAIGA e.V. - Hilfe für Bedürftige in Sibirien -

gegründet. Der Verein ist bereits beim Amtsgericht Bensheim unter Nr. 941 im Vereinsregister eingetragen und hat vom Finanzamt die vorläufige Bestätigung der Gemeinnützigkeit erhalten. Spender, Sponsoren und Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!

Nähere Einzelheiten sind im Internet zu erfahren unter www.taiga-ev.org 

 

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Geschäftsreise deutscher Unternehmen und Organisationen der Holzbranche nach Irkutsk, 18. – 26.05.2002

Alle Aufnahmen in diesem Artikel wurden von Dr. H. Droescher zur Verfügung gestellt.

Aus Anlaß der internationalen Baufachmesse in Irkutsk und der Auswahl von Kandidaten zur Teilnahme an einem weiteren Fort- und Weiterbildungs-Seminar für sibirische Fach- und Führungskräfte (TRANSFORM-Programm) reiste eine deutsche Delegation nach Irkutsk. 

Teilnehmer waren 

OAR Helmut Neubauer (Bundesamt für Raumordnung und Bauwesen, Bonn) als Leiter der Delegation
Xaver Haas, geschäftsführender Gesellschafter, HAAS FERTIGBAU, Falkenberg,
Martin Fischer, Forschungsmanagement, Deutsche Gesellschaft für Holzforschung, München,
Rolf Maiwald, Geschäftsführer, Berufsförderungswerk BAU Dortmund e.V., Dortmund,
Wolfgang Strauss, Geschäftsführer, Verbände des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes, München

Dr. Hansjörg Droescher, Koordinator deutsch-sibirische Projekte, Bensheim. 

Der Auftakt des Besuchsprogramms bildete ein Empfang der deutschen Delegation bei der Gebietsadministration Irkutsk.Von sibirischer Seite waren vertreten:

S.F. Brilka, Vize-Gouverneur, Erster Stellvertreter des Gouverneurs,
J. Volkov, Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Irkutsk,
A. Skuropat, Präsident des Verbandes der Bauwirtschaft des Irkutskgebietes
V. Vashkalies, Geschäftsführer des Verbandes der Bauwirtschaft des Irkutskgebietes
V. Kazakov, Präsident des Verbandes der Holzwirtschaft des Irkutskgebietes 


v.r.n.l.: Brilka, Vashkalies, Volkov, Skuropat, Kazakov 

Von sibirischer Seite wurde die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Situation des Irkutskgebietes ausführlich dargelegt, insbesondere im Bereich der Bau- und Holzwirtschaft. Es besteht durchaus die Absicht, in Abkehr von der Baupolitik der Vergangenheit, sich wieder verstärkt dem traditionellen sibirischen Holzhausbau unter Einsatz moderner Technologien zuzuwenden und bereits vorhandene Betriebe zu modernisieren und auszubauen. Begrüßt wurden die bisherigen Aktivitäten der deutschen Regierungsstellen, Verbände, Organisationen und Unternehmen verbunden mit dem Dank und der Anerkennung für das bisherige Engagement und dem konkreten Wunsch der Intensivierung und Fortsetzung.

Von deutscher Seite wurde zunächst auf die bisher im Rahmen des TRANSFORM-Programmes für Sibirien aufgewendeten erheblichen Mittel (mehr als 1 Mio. Euro) hingewiesen und die Fortsetzung der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des TRANSFORM-Programmes zugesichert. Wobei nunmehr in gemeinsamer Absprache das Schwergewicht auf Fragen aus der Holzwirtschaft gelegt wird mit dem Ziel, in Sibirien (bevorzugt in Irkutsk) mit deutscher Hilfe ein Holzbau-Zentrum aufzubauen, um durch Technologie- und Know-How-Transfer der sibirischen Holzwirtschaft und insbesondere dem Einsatz von Holz als Baumaterial die erforderlichen Impulse zu geben.

Weiterhin wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowohl mit den deutschen Verbänden der deutschen Holzwirtschaft und Holzforschung als auch mit deutschen Unternehmen vorgetragen und diskutiert. Anschließend besuchte die deutsche Delegation einen ersten holzverarbeitenden Betrieb in Irkutsk, Sibaviastroy, der als Zulieferer für das eigene Bauunternehmen Holzfenster und –türen produziert. Hier könnten unter Beibehaltung der maschinellen Ausrüstung durch geeignete organisatorische Maßnahmen sowohl die Kapazität als auch die Produktqualität wesentlich gesteigert werden. Zum Abschluß des ersten Tages wurde den deutschen Teilnehmern von Herrn V. Kazakov, Präsident des Verbandes der Holzwirtschaft, das Unternehmen IRKUTSKLESPROM (Kazakov ist gleichzeitig Generaldirektor) vorgestellt. IRKUTSKLESPROM ist der Zusammenschluß von 60 Betrieben, die sich fast ausnahmslos mit Holzernte befassen und pro Jahr ca. 250.000 cbm Rundholz nach Japan und ca. 100.000 cbm nach China liefern. Der Transport wird über eigene Transportunternehmen abgewickelt. Geplant ist der Ausbau eines bestehenden Sägewerkes in Sima, um zusätzlich höherwertige Halbfabrikate produzieren zu können. Problematisch dabei ist wie üblich die Finanzierung.


IRKUTSKLESPROM: Diskussion

  Der Dienstag, 21.05.02, und Mittwoch, 22.05.02, standen ganz im Zeichen der Baufachmesse Irkutsk: Pressekonferenz, offizielle Eröffnung, Messerundgang, drei deutsche Fachreferate. Parallel dazu erfolgten zahlreiche Interviews zur Kandidatenauswahl der Teilnehmer des im Oktober/November 2002 in Deutschland stattfindenden TRANSFORM-Seminars. 


Irkutsk: Blick auf das Messegelände


Messeeröffnung durch Vize-Gouverneur Brilka


Grußworte OAR H. Neubauer, Bonn

Die beiden folgenden Tage waren geprägt durch zahlreiche Besuche mittelständischer Holzverarbeitungsbetriebe unter dem Aspekt der Suche nach möglichen potentiellen Partnern für deutsche Unternehmen aus der Holzbranche. Dabei stellte sich heraus, daß fast ausnahmslos die Betriebe eine reine Auftragsfertigung (wiederum zum größten Teil als Zulieferanten für örtliche Bauunternehmen) betreiben und kaum eine eigene strukturierte Verkaufsabteilung unterhalten.

Die hergestellten Produkte beschränken sich auf Brettware (rauh, gesägt), Fenster und Türen. Der eigentliche Holzhausbau ist noch völlig unterentwickelt. Die Betriebe unterschieden sich zum Teil beträchtlich in Bezug innerbetriebliche Organisation, Qualitätsbewußtsein sowie Ordnung und Sauberkeit. Mit einem der Betriebe konnte eine Vereinbarung zur Lieferung von ca. 3.000 cbm Lärchenholz, getrocknet und auf Maß gesägt, abgeschlossen werden. Nach Auslieferung der ersten Muster und deren Gutbefund durch den deutschen Abnehmer ist der Abschluß eines Liefervertrages geplant. Am Freitag, 24.05.02, wurde von sibirischer Seite durch Herrn Vize-Gouverneur Brilka und von deutscher Seite durch Herrn OAR Neubauer in einem ausführlichen Abschlußprotokoll die erreichten Ergebnisse der gemeinsamen Gespräche niedergelegt und das Protokoll anschließend in gleichlautenden Fassungen (deutsch und russisch) von den Genannten unterzeichnet.

Das Protokoll im (deutschen) Wortlaut finden Sie hier.

Den Abschluß der Reise bildete ein Ausflug zum Baikalsee mit einem Besuch im größten Freilichtmuseum Sibiriens und im Limnologischen Museum, wo den Teilnehmern ausführlich die endemischen Besonderheiten des Bailkalsees erläutert wurden.

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2003-01-30